Aare – ThruHike 2021

Ich kann mich nicht erinnern, wo und wann mir die ursprĂŒngliche Idee fĂŒr eine komplette Begehung des Aarelaufs, sprich von der Quelle bis zur MĂŒndung in den Rhein gekommen ist, auf jeden Fall hatte ein Löffel und ein schlangennaher Name damit zu tun (nachzulesen unter Hike#46). Nebst der Via Alpina (siehe Via Alpina – ThruHike) sollte dies eine weitere grosse Herausforderung im zweiten Pandemie-Jahr darstellen…


Planung

UrsprĂŒnglicher Plan war von der Quelle der Aare bis zu ihrer EinmĂŒndung in den Rhein, d.h. vom Unteraargletscher (prĂ€ziser von der LauteraarhĂŒtte SAC) bis nach Koblenz zu laufen, gemĂ€ss SchweizMobil-Tour ein Unterfangen von knapp mal 330km.

DafĂŒr mir Ferien zu nehmen wollte ich nicht, also begann ich die Strecke in Etappen Ă  30km oder mehr zu unterteilen, je flacher der Verlauf desto mehr Kilometer waren an einem einzigen Tag zu meistern.

Gelaufene Strecke

Effektiv gelaufen bin ich dann in 10 Tagesetappen insgesamt 399km und zwar in nachfolgender StĂŒckelung:

  1. Grimselpass – Meiringen (30.5km, 480m hoch / 2’045m runter, 7h30)
  2. Meiringen – Brienz – Interlaken (34.5km, 990m hoch / 1’025m runter, 6h45)
  3. Interlaken – Thun (34km, 1’060m hoch / 1’065m runter, 6h40)
  4. Thun – Ittigen (34.8km, 375m hoch / 375m runter, 6h50)
  5. Ittigen – Biel (58km, 680m hoch / 805m runter, 9h45)
  6. Biel – Solothurn (33km, 140m hoch / 145m runter, 5h30)
  7. Solothurn – Olten (45km, 615m hoch / 650m runter, 8h)
  8. Olten – Brugg (39km, 580m hoch / 630m runter, 7h05)
  9. Brugg – Koblenz – Laufenburg (41.3km, 485m hoch / 520m runter, 7h10)
  10. Laufenburg – Basel (49km, 775m hoch / 815m runter, 8h40)

Die chronologische Abfolge entspricht nicht der Nummerierung sondern wĂ€re 4/5/6/2/7/8/3/9/10/1, dies dĂŒrfte auch die sonst komisch anmutenden Wetterkapriolen erklĂ€ren! Zudem muss gesagt sein, dass ich die allererste Etappe in umgekehrter Richtung gelaufen bin, ich laufe nĂ€mlich viel lieber hoch als runter… 🙂

Die nachfolgende Kartendarstellung stellt den effektiv begangenen Weg dar.

Die gesamten knapp vierhundert Kilometer liessen sich sicherlich auch in einem «Schnutz» mit Zelt laufen, da sind mir genĂŒgend Campings und sonstwie charmanten SchlafplĂ€tzchen unterwegs begegnet, das ĂŒberlasse ich jedoch jemand anderem…

Erkenntnisse

Dem Lauf der Aare zu folgen war sehr lehrreich fĂŒr mich, und ich bin froh, die Fernwanderung unter die FĂŒsse genommen zu haben. Folgende Dinge sind mir speziell hĂ€ngengeblieben, jetzt mit ein paar Monaten Distanz:

Mir war nicht bewusst, wie stark wir geschichtlich von der Kraft und dem Lauf des Wassers abhĂ€ngig waren, und es heute noch immer sind. Die unzĂ€hligen Fluss- und Kernkraftwerke, die BrĂŒcken, Anlegestellen und sonstigen Bauten (oder das was davon ĂŒbriggeblieben ist) zeugen von der Wichtigkeit unserer FlĂŒsse.

Gleichzeitig ist es aber erschreckend, wie stark wir den natĂŒrlichen Lauf des Wassers begradigt, uns gefĂŒgig gemacht haben. Die Fauna und Flora hat sichtbar gelitten, dĂŒrfte an vielen Stellen irreparablen Schaden genommen haben. An manchen Stellen bin ich Renaturierungsprojekten begegnet, die Hoffnung aufkommen lassen.

So schön die Aare punktuell betrachtet anzusehen ist, vor allem dort wo sie fĂŒr Sport und Erholung genutzt wird, so schrecklich eintönig kam mir die Wanderung zeitenweise auch vor. Eine gute Übung fĂŒr mir bevorstehende, lĂ€ngere Ă€hnlich monotone Abschnitte beispielsweise auf dem PCT.

Die Wanderung entlang der Aare hat mir auch gewisse Vorurteile genommen, so beispielsweise dasjenige gegenĂŒber dem Aargau. Die Auenlandschaften denen ich dort begegnet bin, widerlegen dessen Ruf als reiner Nebel- und Durchfahrtskanton! Zudem habe ich Orte entdeckt, die ich weiter erkunden werde in Zukunft, beispielsweise den Chestenberg, das Ürbachtal oder den Gelmersee.

Material

Der Einfachheit halber war ich nur mit einem Tagesrucksack unterwegs, einzig Ersatzkleidung, Regenzeug und genĂŒgend Futter sowie 1.5l Wasser waren meine steten Begleiter. Was ich i.d.R. sonst so dabei hatte (eher bei kĂŒhleren Temperaturen), könnt ihr hier nachsehen.

Links

WeiterfĂŒhrende Informationen lassen sich leicht auf den gĂ€ngigen Suchmaschinen finden, so stosse ich beispielsweise auf den Erfahrungsbericht von aarewanderung.ch, die ĂŒber kĂŒrzere Etappen berichtet und auch Übernachtungsmöglichkeiten angibt (fĂŒr die AktualitĂ€t der Webseite ĂŒbernehme ich natĂŒrlich keinerlei GewĂ€hr).