Hike #57 / Olten – Brugg

FrĂŒh starte ich an diesem trĂŒben Freitag in Olten auf den nĂ€chsten Abschnitt meiner Fernwanderung von der Quelle zur MĂŒndung der Aare in den Rhein (siehe u.a. Hike#56), in der Hoffnung nebst strahlenden Bauten auch ein paar Sonnenstrahlen abzubekommen. Und ich werde ein wenig WetterglĂŒck haben, soviel sei hier schon mal verraten. Vom Bahnhof begebe ich mich direkt zur Aare und folge ihr rund um das Instandhaltungswerk von SBB Personenverkehr herum, unter der BrĂŒcke kurz vor dem Hauenstein-Tunnelportal unten durch bis hin zum imposanten Flusskraftwerk Giessen. Nach ein paar Kilometer taucht der KĂŒhlturm des Kernkraftwerk Gösgen hinter dem Rapsfeld auf, doch der schmale Wanderweg ab Sandacker fĂŒhrt mich noch in einer grossen Schleife dem Ufer nach, sagenhaft matschig und von Weinbergschnecken zu hunderten behaust resp. befahren, eine richtige Schneckenautobahn. Als ich vor dem riesigen KĂŒhlturm stehe, kommt mir das ganze etwas surreal vor…

Weiter gehts in Richtung Schönenwerd – ja, da leben die modischen Fische, ich weiss – wo ich mit Blick auf die kurlig anmutende Kirche (oder ist’s ein Schloss, oder beides?) auf das andere Flussufer wechsle. ZĂŒgig geht’s nach einer kurzen Pause weiter bis nach Aarau, dessen Seepromenade ich bei prasselndem Regen rasch hinter mir lasse.

Kurz unterhalb des Wehrs unterhalb Aarau beginnt ein Wegabschnitt, der mich fĂŒr meine Vorurteile dem Kanton Aargau gegenĂŒber straft, selten bin ich einer so gut erschlossenen und doch naturnahen Auenlandschaft begegnet, einfach grossartig. Hier und da einen Abstecher auf kleinen Pfaden unternehmend, entdecke ich kleine Überraschungen und interessante Facts auf den vielzĂ€hligen ErklĂ€rtafeln, so zum Beispiel beim AarschĂ€chli, einem renaturierten See im Wald (der unweigerlich zu einem Versprecher fĂŒhrt), oder der vorbildlichen und grosszĂŒgigen Fischtreppe bei der Geisseschache.

Vor Wildegg fĂŒhrt der Wanderweg die Landzunge entlang, zugegebenermassen etwas monoton, und auf der BrĂŒcke ans rechte Flussufer grĂŒsst dann der nĂ€chste markante Schornstein, derjenige eines Cementherstellers und nicht eines strahlenden Kraftwerks. Da gefĂ€llt der Blick auf das Schluss Wildegg schon besser, wohlwissend dass ab hier der letzte Abschnitt mich ĂŒber Anhöhen nach Brugg fĂŒhren wird.

Der Aufstieg ist kurz und knackig, geht vorbei am Schloss und steil hoch dem Grat entlang – unterwegs begegne ich noch einer Blindschleiche – bis kurz unterhalb der Chestenbergspitze.

Ausblick auf das Schloss Lenzburg

Von da weg zieht sich der Wandwerg ĂŒber weite Teile in einer matschigen Pampe bis nach Schinznach-Bad, wo es dann nochmal hoch geht aufs Plateau bei Habsburg mit dem gleichnamigen Schloss. Irgendwie ist nun aber die Luft draussen bei mir, und die letzten Kilometer runter nach Brugg machen wir nicht mehr allzu viel Spass. Zu guter Letzt ein kurzer blumiger Aufheller, bevor ich mich mit dem SĂŒssbach gemeinsam zum Bahnhof kanalisieren lasse…


Distanz: 39km
Höhenmeter: 580m
Marschzeit: 7h05
GPS-Route: SchweizMobil
Beschrieb: Aargauer Weg (Nr. 42), Etappe 3 (mit einigen lohnenswerten Abstechern, siehe meine Beschreibung!)

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