Hike #38 / Brienzer Rothorn – Harder Kulm

Mit dem Grat vom Brienzer Rothorn ĂĽber Tannhorn und Augstmatthorn bis oberhalb Interlaken zum Harder Kulm hatte ich schon länger liebäugelt, und nach vier wetterbedingt erfolglosen Anläufen hat es diesen Freitag endlich geklappt! Bei schönstem Sommerwetter habe ich mich gemeinsam mit Dani, Oli und Martin ĂĽber Sörenberg mit der Gondel aufs Rothorn aufgemacht… Nach einem Kaffee auf der Terrasse geht’s los, in der Ferne ist das Augstmatthorn sichtbar, circa mittig der Strecke das Tannhorn, der Brienzersee leuchtet schon tĂĽrkisfarben von unten hoch!

Der Start ist einfach und ideal zum Aufwärmen, und das geht schnell, denn die Sonne brennt schon erbarmungslos herunter. Stellenweise ist der Boden noch etwas matschig, vor ein paar Tagen lag ja bereits etwas Schnee auf dieser Höhe. Wir sind froh, bei trockenem Wetter den Grat zu laufen… und dieses GefĂĽhl wird uns noch bis zum Augstmatthorn begleiten. Erstmals etwas anspruchsvoller wird es beim kurzen Abstieg zum Lättgässli, das im Schatten liegt.

Beim Chruterepass verabschiedet sich der weiss-rot-weisse Wanderweg in Richtung Planalp nach links ab, von da an geht’s rechts auf den Grat hoch. Der immer gut sichtbare Pfad ist einfach begehbar, hält sich stets mit rund einem halben Meter neben dem eigentlichn Grat, was psychologisch fĂĽr ein schnelleres Tempo spricht. So kommen wir zĂĽgig bis zum Wannepass, wo wir den Alpinwanderweg von der Arnibergegg zur Rotschalp kreuzen. Faszinierend finde ich insbesondere das Licht- und Schattenspiel, und natĂĽrlich das tĂĽrkisblaue Leuchten des Brienzersees.

Kurz danach erwartet uns die von vielen Blogs als SchlĂĽsselstelle bezeichnete Kraxlerei bevor es aufs Tannhorn hoch geht. Dank Sicherungsseil ist diese jedoch relativ einfach zu meistern, nur an einem Punkt ist das Aufstehen auf dem schmalen Grat eine Herausforderung. Spätestens hier sollte man Schwindelfrei sein…

Die Aussicht ist phänomenal und die kurze Pause haben wir uns redlich verdient. Die Sonne brennt unbarmherzig und als nächstes Etappenziel machen wir das Augstmatthorn aus. Beim Gummhorn ist aber wieder eine Pause fällig, da Oli und Martin kurz für Trinkwasser zu einer Alp absteigen.

Der Weg zieht sich von da an ziemlich in die Länge, und ab Blasenhubel nimmt der Dichtestress auf dem Grat wieder etwas zu, da der Wanderweg von Oberried hoch zum Grat führt. Auf dem Augstmatthorn angekommen, knipsen wir ein paar Panorama-Fotos und ziehen gleich weiter, die Ameisenflügler umschwirren uns zu hunderten und scheinen sich an uns zu laben. Ein letzter Blick zum Brienzer Rothorn zurück, und schnell weg hier!

Von da an geht es abwechslungsreich stetig runter, im langgezogenen Waldstück beim Wannichnubel ist der Wanderweg gespickt mit stolpergefährdendem Wurzelwerk, doch wir gelangen ohne Blessuren aber stark unterhopfig bis zum Harderkulm. Dort lassen wir mit Sonnenuntergang, Blick auf Eiger, Mönch und Jungfrau sowie Cordon Bleu den Tag ausklingen. Danke ihr drei für den tollen Tag!


Distanz: 20.4km
Höhenmeter: 1’450m hoch / 2’419m runter
Marschzeit: 6h50
GPS-Route: SchweizMobil
Beschrieb: Höhenwanderung zum Augstmatthorn (Nr. 344), Abschnitt Harder Kulm – Augstmatthorn in umgekehrter Reihenfolge; diverse Tourenbeschreibungen aufm Web, einfach nach «Brienzergrat» googeln (z.B. hier auf gipfelbuch.ch)

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