Seit längerem haben Immo und ich geplant, im Herbst 2026 eine Trekkingtour zu unternehmen. Als mich im Frühling Charly von Portland, den ich auf dem PCT kennengelernt habe, kontaktiert und meint, er reise im Nachgang zu seiner Anwaltsprüfung durch Europa und würde gerne die Schweiz besuchen, setzen wir ein paar mehrere mehrtägige Touren auf. Ich setze mich zudem mit Daniel aus Österreich in Kontakt, mit dem ich ebenfalls in Amerika auf einem längeren Abschnitt gewandert bin.
Aufgrund der umständlichen Anfahrtswege für Daniel und Charly sowie aufgrund der Wetterbedingungen, planen wir im Graubünden quasi von der österreichisch-schweizerischen Landesgrenze in einem längeren Bogen über Italien ins Poschiavo zu laufen, und den zwei jungen Herren die Schönheit der Nationalpärke sowie die Abgeschiedenheit des oberen Veltlins zu zeigen. Wir treffen uns eines Freitags – vorerst zu dritt – in Zernez auf dem schönen Camping am Inn, am Folgetag soll’s möglichst früh losgehen…

Sent sur En – Plan Mattun (Tag 1)
Mit der rhätischen Bahn geht’s von Zernez nach Scuol-Tarasp, wo Immo zu uns stösst, und gemeinsam fahren wir mit dem Postauto nach Sent sur En. Von da weg heisst es Wildcamping-Equipment und Essen für fünft Tage buckeln und den Weg hoch durchs Uina-Tal in Angriff nehmen. Das Val d’Uina ist ein Seitental zum Inn und verspricht eine spektakuläre Felsenschlucht. Zu Beginn gewinnen wir ganz gemütlich auf einem Schotterweg langsam an Höhe, bis sich das Tal beim Alpbeizli Uina Dadaint drastisch verengt. Auf der rechten Seite thront der Piz Rims, dessen dahinterliegende Hochebene mit seinen vielen kleinen Seen wir gerne zum Auftakt besucht hätten, aufgrund massiver Regenfälle in der Vorwoche haben wir den weiss-blau-weissen Weg mit einem sehr steilen Abstieg über ein Geröllfeld nach dem Lajet da Lischana sein lassen. Vermutlich ein guter Entscheid!















Die Schotterpiste hat einem schmalen Wanderweg Platz gemacht, der sich in den schroffen Fels der Schlucht hochschlängelt. Kurz bevor sich die ersten in den Stein geschlagenen oder vermutlich gar gesprengten kleinen Tunnel und Gallerien ankünden, machen wir kurz Pause. Von da weg bleibt mir mehrfach die Spucke weg, so imposant präsentiert sich Wegführung und der uns zu Füssen tosende Fluss, da kann Gletscherschlucht in Grindelwald und Aareschlucht bei Meiringen einpacken!












Urplötzlich endet die Felsenschlucht und wir erreichen das Plateau, auf dem der Schlinig-Pass sich befindet. Die Umrundung der Sesvenna-Hütte sowie der Aufstieg zum Sesvenna-Pass führt uns für ein paar Kilometer über italienischen Boden, ist Teil von Südtirol und des Obervinschgaus.


















Beim Fuorcla de Sesvenna kehren wir wieder auf Schweizer Boden zurück und nehmen den Abstieg durchs Sesvenna-Tal bis nach S-charl unter die Füsse. Die Weite des Tals und die schönen Kontraste wissen zu gefallen!









Aufgrund der strengen Auflagen fürs Wildcampen heisst es von S-charl noch einige Kilometer bis oberhalb der Alp Astras zu absolvieren, es gilt sowohl die Schutzgebiete, Flächen mit Vieh und Herdenschutzhunden hinter uns zu lassen als auch über die Baumgrenze zu kommen. So stellen wir bereits beim Eindunkeln nach über dreissig Wanderkilometern auf der etwas unebenen Plan Mattun unsere kleinen Zelte auf. Ein langer aber schöner erster Tag geht zu Ende…







Distanz: 33.2km
Höhenmeter: 2’380m hoch / 1’190m runter
Marschzeit: 7h40
Beschrieb: Nationalpark-Panoramaweg (Nr. 45), Etappen 1+2 sowie Abschnitt S-Charl bis Alp Astras von Etappe 3; letzterer Abschnitt ist ebenfalls Teil des Jakobsweg Graubünden (Nr. 43), Etappe 2
Plan Mattun – Rims (Tag 2)
Der zweite Tag startet früh und ziemlich kühl, rasch packen wir unsere Siebensachen zusammen, um die wärmende Sonne oberhalb der Alp da Munt zu erreichen. Genüsslich folgen wir hoch über dem Val Müstair dem Waldwanderweg durch den Arvenwald bis zum Ofenpass, wo wir uns eine feines Znüni gönnen. Erinnerungen an meine Wanderung mit Bea vor nicht allzu langer Zeit kommen hoch (siehe Hike#100). Die Sicht gegen Süden reicht bis zum Piz Umbrail, noch wissen unsere zwei jungen Gäste nicht, dass wir in rund 24h auf seiner Spitze stehen werden… :-)










Erfrischt kehren wir dem Pass dal Furon den Rücken und treten – zumindest für mich – in einen der schönsten Gegenden des Nationalparks ein. Wenn ich Passstrasse sowie die paar wenigen auftauchenden Gebäude wegblinzle, dann erinnert mich der Blick an die weiten Täler von Washington sowie Kanada, einfach wunderschön. In einem grossen Bogen umrunden wir den Piz Daint und lassen uns fürs Zmittag und Trocknen unserer Ausrüstung kurz nach der Alp Döss da Termel auf die Wiese nieder… Kurze Zeit später steigen wir über einen steilen, für Veloanhänger definitiv untauglichen steilen Wanderweg ins Val Mora hinunter. Manchmal staune ich einfach nur Bauklötze, wieviel Risiko überambitionierte Eltern mit ihren Kids auf sich nehmen… Von der Alp Mora weg führt uns die Schotterpiste gemächlich und an den Bergmssiven des Cucler da Jon dad Onsch sowie Monte Forcola vorbei, bis hin zur Anhöhe vor dem Piz Praveder.



























Wir beschliessen die etwas exponiertere jedoch vielleicht kürzere Route durch Val Döss Radond zu nehmen, um zum Laj da Rims zu gelangen. Es geht schweisstreibend steil hoch, doch die Strapazen werden belohnt. Die Aussicht zurück ins Val Mora sowie kurz später auf das unter uns liegende grüne Juwel sind es allemal wert.























Da rund um den See Herdenschutzgebiet ausgeflaggt ist, steigen wir noch etliche Höhenmeter ins Val dal Lai. Auf einer ebenen Fläche stellen wir unsere Zelte auf und bereiten uns auf eine weitere kalte und hoffentlich erholsame Nacht vor.

Distanz: 25.2km
Höhenmeter: 1’300m hoch / 1’080m runter
Marschzeit: 5h35
Beschrieb: Nationalpark-Panoramaweg (Nr. 45), Etappe 3 für den Abschnitt Alp da Munt bis Ofenpass sowie Etappe 4 für den Abschnitt Ofenpass bis Döss da las Plattas
Rims – Trepalle (Tag 3)
Die Temperatur in der Nacht ist bis knapp über den Gefrierpunkt gefallen, unsere Zelte sind kurz nach fünf Uhr in der Früh von innen mit Raureif überzogen. Das Frühstück gestaltet sich eher kurz bevor wir aus der Senke in Richtung Piz Umbrail der Sonne entgegenlaufen. Mit jedem gewonnenen Höhenmeter wird der Ausblick schöner, auf Höhe des Sattels eröffnet sich das Panorama nach Osten zu Tartscher- und den Fallaschköpfen hin, himmlisch! Nach einer kleinen Zusatzanstrengung mit einigen Switchbacks stehen wir auf dem Piz Umrail, geniessen die Aussicht und plaudern mit einem Reuters-Fotografen, der ein seltenes Naturschauspiel mit Nebel auf dem Stilfserjoch einige Stunden früher fotografisch festgehalten hat.



























Mit einem stärkenden Riegel im Bauch machen wir uns auf den Weg entlang der Landesgrenze, nein, nicht runter zum Umbrail-Pass sondern in die entgegengesetzte Richtung nach Westen entlang des weiss-rot-weiss und teils weiss-rot-grün markierten Gratwanderweg. Etliche heiklen Passagen im losen Geröll und mit kurzen Kraxelstellen gilt es zu meistern, über alles gesehen spektakulär aber nie wirklich gefährlich, sofern die Trekkingschuhe genügend Grip haben. Eindrücklich der Blick runter ins Valle del Braulio, wo sich Autos der Passstrasse entlangschlängeln… auf dem letzten Abschnitt der Gratwanderung gesellen sich noch Informationstafeln hinzu, die die historische Bedeutung dieser Gegend erläutern. Vor allem im ersten Weltkrieg war die Grenze bis ganz oben von den italienischen und schweizerischen Militärs besetzt, vor allem im Winter eine kaum vorstellbare logistische, physische und mentale Herausforderung, vor allem für das Schweizer Grenzwachtkorps, dass mühselig aus dem Val Müstair alles hochschleppen musste, da hatten’s die Italiener einfacher mit der Strasse bis zur Ricovero-Hütte.




















Kurz nach der Punta da Rims endet der Gratweg und dreht ins Valle Forcola ab. Nach ein paar langgezogenen Kehren erreichen wir den zerfallenen Truppenstützpunkt und folgen der Schotterstrasse über mehrere Kilometer bis zum Picknick-Platz Grasso di Solena, wo wir erst mal unsere Zelte und Schlafsäcke an der sengenden Sonne trocknen. Kurz darauf kehren wir ins Rifugio Ristoro Solena ein, wo wir uns mit einem schmackhaften Mittagessen verköstigen. Danach geht es weiter entlang der zwei Cancano-Stauseen bis zum Anfang des Valle Pettini. Da erst auf ca. halber Strecke von hier bis nach Livigno, das heisst erst ab dem Passo di Trela, wir den Nationalpark verlassen und theoretisch zelten können, beschliessen wir uns bis nach Trepalle im Valle Vallaccia durchzuschlagen. Das Wetter präsentiert sich noch von seiner gütigen Seite, über Nacht soll es jedoch kübelweise regnen…



















Der Aufstieg hoch zur Bocchetta Valle Lunga ist steil und sehr anstregend, als wir ins Val Trela einbiegen gehen die Strapazen jedoch rasch vergessen, Erinnerungen an die schönen Passagen rund um Sonora Pass auf dem PCT kommen hoch. Ich bin wieder in meinem Element! :-)























Im Abstieg in Richtung Trepalle eröffnet mir Charly, dass er die Tour abbrechen wird und plant, seine Heimreise nach etwas mehr als 3 Wochen in Europa frühzeitig anzutreten. Das ist für mich wahrlich ein Dämpfer, doch sein Entscheid ist gefallen. Kurzum gilt es unser Programm dergestalt umzustellen, dass wir ihn in der Zivilisation auf den öV stellen und auch mit ihm zu seinem Geburtstag zu Nacht essen und prosten können. Entsprechend beschliessen wir anders als ursprünglich geplant nicht im Vallaccia-Tal sondern in Livigno auf dem Camping zu übernachten. Wir folgen dem Flusslauf zum Ponte delle Capre am Lago di Livigno und biegen dann in die olympische Winterspielstätte ab. Die Campings in Livigno sind weder zahlreich noch günstig noch für Zelte ausgelegt, wir pferchen uns zu viert quasi auf einen Parkplatz, die warme Dusche und das nahrhafte Nachtessen wissen uns etwas zu entschädigen…
Distanz: 35.5km (resp. 28km bis Trepalle)
Höhenmeter: 1’335m hoch / 2’045m runter
Marschzeit: 7h40
Beschrieb: viele Routenbeschriebe v.a. für Mountainbiker über Google auffindbar…
Trepalle – Valle di Avedo (Tag 4)
Der Morgen startet sehr feucht, und gemächlich. Gegen neun Uhr packen wir unsere Rucksäcke, machen einen kleinen Resupply-Stop im Coop von Livigno und gehen frühstücken. Aufgrund des noch länger anhaltenden Regens im Vallaccia-Tal warten wir zu, bis sich die Wolken zu verziehen beginnen. Nachdem Charly unsere Gruppe im Postauto Richtung Zürich-Flughafen verlassen hat, beschliessen wir definitiv an der bisherigen Routenplanung festzuhalten und nicht eine komplett neue Route zu starten. Entsprechend nehmen wir den Bus der Linie Marrone nach Trepalle und laufen gegen Mittag los… Es ist angenehm kühl und der Aufstieg bis zum Passo della Vallaccia geht einfach von der Hand. Im gegenüberliegenden Valle Minestra nehmen wir eine Abkürzung durchs quasi unmarkierte Gelände und gönnen uns eine Tröcknungs- und Mittagspause.




















Der Abstieg zur Alpe Dosdè ist einfach und der Blick in Richtung Cima Viola, Cima Lago Spalmo und Sasso di Conca verspricht ein karges und spannendes Umfeld für unseren nächsten Pass. Der Aufstieg zum Passo Dosdè und der zugehörigen Capanna zieht sich massiv in die Länge, dies aufgrund weggeschwemmter Wegmarkierungen sowie des generell etwas unwegsameren Terrains. Der letzte Abschnitt vor dem Pass führt durch eine wahre Geröllwüste…
























Oben angekommen fühle ich mich in die High Sierras zurückversetzt, aufgrund der fortgeschrittenen Zeit – die Sonne verschwindet schon langsam hinter der nächsten Bergkette – bleibt uns nicht viel Zeit darüber zu diskutieren, ob wir in der Hütte auf knapp 3’000 m.ü.M. biwakieren wollen oder ob wir noch absteigen ins Valle di Avedo. Schliesslich entscheiden wir uns für letzteres und bewegen uns mehr hüpfend als gehend über grosse Blockfelder, vorbei am Lago Nero.

















Auf einer kleinen Anhöhe bevor der Wanderweg stark an Höhe verliert und wieder ziemlich steinig wird, stellen wir unsere Zelte auf. Der abendliche Ausblick in Richtung Süden, der folgende Tag verspricht schönes Wetter und eine gröbere Herausforderung, der wir uns annehmen wollen…

Distanz: 23.1km
Höhenmeter: 1’510m hoch / 1’100m runter
Marschzeit: 6h35
Beschrieb: k.A.
Valle di Avedo – Plan da Val Mera (Tag 5)
Ich habe gut geschlafen und fühle mich ziemlich erholt, innere Uhr und Physis haben sich langsam aber sicher auf den veränderten Tagesablauf und die wiederkehrenden körperlichen Herausforderungen eingespielt. Der Start in den Tag geht locker, denn bis zur Alp Laghi di Tres geht es nur leicht bergab, etwas mühsam sind nur die unzähligen Spinnweben, die quer über den Wanderweg gespannt sind und allenthalben sich um Arme und Gesicht wickeln… Wir umrunden den See und steigen, erst gemächlich dann immer steiler hoch zum Lago Venere, wo wir kurz Pause machen. Von da weg beginnt die angekündigte Herausforderung, denn der Weg hoch zum Passo di Vermolera, der uns ins Valle di Sacco bringt, führt durch sehr steiles und unwegsames Gelände. Zwar nie gefährlich, dennoch sehr anstrengend und fordernd. Auf der Passhöhe heisst es nochmal ein wenig Pause machen, bevor wir wieder absteigen.

























Unser nächstes Ziel ist das Bivacco Strambini, wo wir unser Mittagessen zu vertilgen gedenken und unsere feuchten Sachen in der Sonne trocknen wollen. Bis dahin sind es jedoch einige Kilometer Weg, die zuerst an der nordöstlichen Flanke des Pizzo Matto entlangführen. Wir begegnen einigem Vieh und auch ein paar Trailrunnern, scheint eine beliebte Strecke zu sein. Wir schaffen’s bis unterhalb des Bivacco, wo wir Flohmarkt-gleich unser Hab und Gut aus den Rucksäcken auf dem Boden verteilen…


















Gestärkt geht es weiter hoch in Richtung Pass da Sach und Schweizer Grenze, vorbei an der Biwakschachtel. Als wir auf Passhöhe ankommen scheint in Italien die Sonne und in der Schweiz herrscht Nebel, bella italia wieder einmal! Ein langer Abstieg steht uns bevor, doch der Lagh da Saoseo ruft und mit ihm ein erfrischendes Bad! Der zweite Abschnitt des Wanderwegs vor dem Sentiero del Val da Camp ist nicht gerade in gutem Zustand, vielerorts überwuchert und die flechtenbewachsenen Steine glitschig. Einmal rutsche ich aus und stürze seitwärts komplett ins Gebüsch, glücklicherweise nichts passiert, lachend tanke ich mich weiter durchs Dickicht. Als wir beim Bergsee ankommen gibt’s für mich und Immo kein Halten mehr, ein kurzer Schwumm im eiskalten Wasser muss sein! Erfrischt geht’s weiter zum Ristoro Alpe Campo, dann entlang des Flüsschens das Val Mera hoch. Die früh avisierten flachen Stellen eignen sich leider nicht fürs Campieren, deshalb laufen wir bis unterhalb der Felsnase im Plan da Val Mera hoch, wo wir auf der grossen Ebene zwischen den unzähligen Kuhfladen unsere Zelte aufstellen.































Es zeichnet sich ab, dass wir – sofern wir unser Tempo halten können – noch einen Tag benötigen werden, um Pontresina zu erreichen.

Distanz: 20.1km
Höhenmeter: 1’600m hoch / 1’670m runter
Marschzeit: 5h05
Beschrieb: Via Alpina Rot (Etappe R72), Abschnitt Laghi di Tres bis Plan del Lago; Sentiero Val da Camp (Nr. 724), Abschnitt vom Saoseo-See bis Campo
Plan da Val Mera – Pontresina (Tag 6)
Der Morgen startet in wunderschönen Farben, doch irgendwie scheinen die umliegenden Berge und Täler in ein schummriges Licht gerückt. Wie sich später herausstellen wird, liegt das am Sahara-Staub, der sich über Nacht über die Alpen gelegt hat… Als ich mein Zelt zusammenpacke, entdecke ich ein geplättetes Jungtier von Maus, vermutlich hat es Wärme gesucht und ist unter meine Zeltunterlage gekrochen, armes Ding! Der Aufstieg zum Lagh da Roan ist rasch hinter uns gebracht, der Pfad hoch zum Pass da Val Mera erinnert mich stark an den Glen Pass auf dem PCT in den Sierras. Auf der italienischen Seite zieht sich der Trail von der Valletta-Ebene übers Val di Campo durchs Valle Vago bis zur gleichnamigen Alp mit Restaurant, in dem wir zum Znüni einkehren. Unterwegs begegnen wir zuerst einem schönen Wasserfall und massenhaft Dayhikern, die ihn besuchen wollen, der Gegenverkehr ist schon fast lästig.



















Nach der kurzen Kaffeepause zieht es uns weiter in Richtung Forcola di Livigno, zuerst entlang der vielbefahrenen Passstrasse, die Livigno und das Val Poschiavo verbindet, dann steil hoch zum Sattel La Stretta, der ins Val da Fain führt. Meine Idee, der Bernina-Tour zu folgen hoch zum Fuorcla Pischa und dann übers Val Languard bis nach Pontresina zu laufen, verwerfen wir aufgrund der rund 700 zusätzlichen Höhenmetern sowie meinem und Immo’s Ansinnen, noch vor Mitternacht wieder in Bern zu sein. Auch ein Grund ist, dass über Nacht wieder massig Regen angekündigt ist, Daniel plant noch einmal in Zernez auf dem Camping zu übernachten und anschliessend am Folgetag mit dem Bus und Zug nach Wien zurückzukehren. Entsprechend bleiben wir auf dem Schottersträsschen und spuren bei der Diavolezza-Bahn auf die recht stark von Velos befahrene und häufig begangene Via Valtellina. Wir passieren die Cascata da Bernina, die Wasserfälle sind echt eindrücklich! Da der Trail mehrheitlich auf Schotterpisten geführt wird, zieht sich der letzte Abschnitt bis Pontresina gefühlt massiv in die Länge. Dort angekommen, spendieren wir uns einige Schleckereien im Coop sowie ein paar Fastfood-Kalorien von der Dönerbude an der Strasse, bevor wir mit dem Zug in Richtung Albulapass und Chur resp. Zernez abfahren.




















Sechs Tage am Stück waren wir unterwegs, die Wanderung hat Laune gemacht, sogar ein wenig Hunger auf mehr. Besonders angetan war ich von der Abgeschiedenheit entlang der Via Alpina Rot in Italien, das werde ich nicht das letzte Mal meinen Fuss drauf gesetzt haben… in der Maximalvariante von Triest bis Monaco!
Danke Immo, Daniel und Charly für die grandiose Trekkingtour, jederzeit wieder mit euch! :-)
Distanz: 30.3km
Höhenmeter: 1’085m hoch / 1’665m runter
Marschzeit: 6h20
Beschrieb: Bernina-Tour (Nr. 53), Etappe 3 für den Mini-Abschnitt von Plaun Grand bis zu Diavolezza-Talstation; Via Valtellina (Nr. 30), Etappe 6 auf dem Abschnitt Diavolezza-Talstation bis Pontresina
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